Wie es dazu kam. Geschichte Gesamtdeutschlands

Hi, Leute, hier ist wieder Euer allseits beliebter COSYnuS OberPeil. Anstatt Zeit zu verschwenden, mir endlich mal ein vernünftiges Pseudonym zuzulegen, habe ich mir mal tausend Werbebroschüren vom AV, der VID und dem DB im Allgemeinen geholt und einfach mal eine vernünftige Timeline dieses, unseres Landes zusammengestellt (könnte etwas nach Stückwerk aussehen, liegt an den verschiedenen Quellen). Sie ersetzt die feuchten Wunschträume einiger Leute mit dem Namen Deutschland in den Schatten; das File haben wir allerdings nach wie vor im Programm, nur jetzt unter /INFOFILES/EUROSTYLE/WITZE/UNGEWOLLTER_HUMOR.

Viel Spaß, und was so dazugehört.

-COSYnuS OberPeil

Das Chaos

1998 bricht die Montanindustrie im Ruhrgebiet zusammen. Obwohl die Bundesregierung Milliarden in die Region pumpt (sehr gegen den Strich der reichen südlichen Bundesländer) und sich bald neue Investoren und innovative Betriebe in der Region zwischen Rhein und Ruhr ansiedeln, setzt eine Stadtflucht ein, wie sie in der deutschen Geschichte einmalig bleiben sollte: Millionen Menschen wandern nach Süddeutschland und in die neuen Bundesländer aus. Das Ruhrgebiet wird als separater Regierungsbezirk etabliert; kurzfristig muß sogar der Ausnahmezustand ausgerufen werden.

Die hohe Arbeitslosigkeit und kurzfristig auftretende Versorgungsengpässe führen in Dortmund, Herne und Essen zu blutigen Unruhen, bei denen mehrere Hundert Menschen ums Leben kommen.

In Österreich meldet der größte Stahlkonzern des Landes Konkurs an. Der Industriestandort Linz wird durch Stadtflucht Richtung Wien entvölkert. Eine beispiellsoe Konkurswelle rollt über das Land, die Arbeitslosigkeit erreicht Rekordwerte. Über dem übervölkerten Wien wird der Ausnahmezustand ausgerufen.

In den Jahren 2001 bis 2007 erschüttert eine Serie von Umwelt- und Naturkatastrophen Deutschland: Aus ehemaligen Deponien der ex-DDR treten Gifte aller Art aus und verseuchen das Grundwasser. Weite Gebiete, vor allem um Bitterfeld, müssen gesperrt werden. Die Ökologie der Ostsee kollabiert binnen weniger Wochen und hinterläßt nur eine nach faulen Eiern und Phenolen stinkende braune Brühe. Nur wenige Wochen später wiederholt sich der Vorgang im deutsch-dänisch-niederländischen Gebiet der Nordsee.

Der durch die Temperaturerhöhung leicht gestiegene Wasserspiegel der Nordsee führt durch eine Sturmflut am 19.11.2002 zur bis dahin schwersten Überschwemmung der Küste seit Menschengedenken: Weite Teile Hamburgs, Ost- und Westfrieslands werden von öliger Jauche überschwemmt. Die KKWs an der Unterelbe können gerade noch rechtzeitig abgeschaltet werden, um eine völlige Katastrophe zu verhindern. Trotzdem sterben in dieser Nacht und während der folgenden Wochen mehr als 3.000 Menschen an den direkten Einwirkungen der Sturmflut und den dadurch hervorgerufenen Vergiftungen.

Im Jahr 2003 kippen in Österreich die Ökologien der extensiv genutzten Ackerböden des Tullnerfeldes und des Marchfeldes; vor allem durch den Anbau genmanipulierter Pflanzen, die das Gleichgewicht überlastet haben. Das Wasser der Adria kippt, und neue Flüchtlingswellen strömen in das Land. Das Bundesheer greift ein und übernimmt Verwaltung und Versorgung der Regionen.

Aufgrund der Nordsee-Katastrophe werden im Laufe des Jahres 2004 die letzten verbliebenen deutschen Kernkraftwerke abgeschaltet, wobei es beim offensichtlich überhasteten Herunterfahren der Anlagen in Biblis zu mehreren kleineren Leckagen und zur Freisetzung radioaktiver Materialien kommt. Der Untersuchungsbericht, der 2007 zu diesem Vorfall veröffentlicht wird, zeigt auf, daß die Anlage nur knapp an einem GAU vorbeigeschlittert ist.

2005 kommt es zum russisch-baltischen Krieg, der von vielen Regierungen zu Recht als böses Vorzeichen gewertet wird. Die Flüchtlingsströme belasten Deutschland, verschonen aber Österreich, dem allerdings mit Rußland ein wichtiger Handelspartner verloren geht.

In der Folge wird in Österreich das Land wiederaufgebaut. Viele der Konkursfirmen werden von Firmen, die später Saeder-Krupp und die VID bilden, aufgekauft, und die Regierung beschließt ein Umweltsanierungspaket, das vor allem die Rückgewinnung der Ackerflächen vorsieht. Es werden auch Vorschläge gemacht, die unbelasteten Donau-Auen landwirtschaftlich zu nutzen, aber durch einen Pakt aus mehreren Konzernen, Bürgerinitiativen und Politikern wird von diesen Plänen wieder Abstand genommen.

Am 4. März 2008 fallen im lothringischen KKW Cattenom um 03:58 gleichzeitig das Primär- und Sekundär-Kühlsystem aus. Bei der Notabschaltung kommt es bei der übernächtigten Mannschaft zu einem schweren Bedienungsfehler - die Kontrollstäbe können nicht eingefahren werden, und die Temperatur steigt schnell. Trotz heldenhafter Bemühungen der Kraftwerksarbeiter ist die Katastrophe nicht mehr abzuwenden: Um 21:31 beginnt die Kernschmelze, um 22:05 durchdringt das überhitzte Uran den Sicherheitsbehälter und produziert binnen Minuten ein hochexplosives Gasgemisch. Um 22:08 detoniert Block 2 und setzt eine Wolke hochradioaktiver Bestandteile frei, die sich schnell mit dem Südwestwind ausbreiten.

Nach mehreren Pannen beim deutschen Katastrophenschutz gelingt schließlich eine Massenevakuierung der Bevölkerung aus dem Saarland. Westlothringen und Luxemburg müssen ebenfalls aufgegeben werden.

>>>[So kann man es auch formulieren. Tatsache ist, daß mit der ersten Meldung im Radio eine spontane Massenpanik einsetzte, die wahrscheinlich mehr Menschen das Leben gekostet hat als der GAU. Die Leute haben sich schlicht und ergreifend abgeschlachtet, um noch einen Platz in der Bahn zu bekommen, während auf den Strassen stellenweise über ein Dutzend Kilometer brennende Autowracks aus Massenkarambolagen lagen.]<<<
-Old Man

Der GAU (größter Annehmbarer Unfall) fordert nach offiziellen Angaben 37.241Menschenleben an Sofortopfern, weitere 98.487 werden bis zum Jahre 2045 als entschädigungsberechtigte Strahlenopfer anerkannt.

>>>[Von denen 2053 noch ganze 780 am Leben sind.]<<<
-Old Man

Für das Saarland und den Regierungsbezirk Trier wird der Notstand ausgerufen, eine Woche später auch für die Zielgebiete der Fliehenden - also für ganz Rheinland-Pfalz, Nordwürttemberg / Nordbaden und Südhessen / Frankfurt am Main. Die Elektrizitätsfirma, der Cattenom gehörte, wird vollkommen liquidiert.
Unter den Besitzerfirmen, die daraufhin rücksichtslos zur Kasse gebeten werden, ist ebenfalls die Kommerz-Credit-Bank als Hauptaktionär; als sie auch noch die Lebensmittelpreise der von ihnen besessenen Verteiler im Katastrophengebiet erhöht und ganz Deutschland und Frankreich mit einem Boykott dieser Märkte antworten, scheint die Bank vor dem Konkurs zu stehen. Wegen der Rezession stehen andere deutsche Banken (Deutsche Bank, Dresdner Bank...) nicht viel anders da. 2009 beschliessen die vier größten sowie viele kleinere Banken den Zusammenschluß zur Interessengemeinschaft Deutscher Banken (IGDB). Diese neue Firma, die einfach über das Veto des Kartellamtes drüberwalzt, hätte alle Unternehmen in Deutschland zu einer gigantischen Firma zusammenschließen können und wäre so beinahe der erste Megakonzern geworden, wäre es nicht in ihr zu internen Streitigkeiten gekommen.

Die Lage hat sich gerade beruhigt, als 2010 VITAS auftritt. Die Seuche erreicht Deutschland zwar etwas später und wegen der medizinischen Versorgung nicht ganz so hart; die Belastung durch die Strahlenopfer aus Cattenom sorgt jedoch dafür, daß allein in der BRD 5.000.000 Menschen, vor allem in ländlichen Gebieten und im Ruhrgebiet, sterben. In Österreich geht die Seuche durch die Abriegelung der Grenzen vor den Cattenom-Flüchtlingen glimpflicher aus. Trotzdem kommt es hier entsprechend dem Zeitgeist zu Sezessionsbestrebungen der westlichen Bundesländer. Als 2011 auch noch Elben und Zwerge geboren werden, hält man sie erst für eine Form des VITAS.
Am 9. Februar 2011, mit der Morgenflut, kommt es zur abermals zur größten Überschwemmungskatastrophe, die in der Geschichte der Menschheit verzeichnet ist. Orkanböen von Stärke 13+ jagen das schäumende Wasser der Nordsee mit allem darin enthaltenem Unrat die Elbmündung hoch. Wenig später brechen Deiche in Friesland. Mitten in den Evakuierungsmaßnahmen bricht der Abschlußdamm des Ijsselmeers. Als sich die giftige Brühe eine Woche später zurückzieht, ist die Küstenlinie der Nordsee auf immer verändert. Zurück bleibt ein verseuchter Schlick, der die Marschen auf Jahre quasi unbewohnbar macht. Die Katastrophe kostet fast einer halben Million Menschen das Leben, annähernd 45 Millionen werden in Belgien, den Niederlanden, Norddeutschland und Dänemark obdachlos. Friesland konstituiert sich trotzdem mit Ost-, West- und Nordfriesland in Oldenburg zum selbstständigen Staat; den Ruf, ein Piratenstaat zu sein, wird er nicht los.

Der Beginn der Sechsten Welt am 24. Dezember 2011 trifft den instabilen Staat schwer und läßt viele Menschen einfach Wahnsinnig werden. Nie war die Suizidrate größer als in diesem Jahr. Die Katholische Kirche spaltet sich am 06. Januar; die Deutsch-Katholische Kirche übernimmt viele der bisherigen Gläubigen der Römischen Katholiken. Genau zwei Jahre später wird der Bau der Christuskathedrale in Hamburg begonnen. Vor allem in Norddeutschland wenden sich viele Menschen der modernen Lebensweise ab und sehen sich zu mittelalterlichen Idealvorstellungen hingezogen.
In der Alpenregion Deutschlands und Österreichs wird dies ganz anders erlebt. Während sich die besiedelten Talregionen ihrer bäuerlich-katholischen Traditionen besinnen und später auch in ihre Tourismus-Industrie investieren, werden die dünn besiedelten Bergregionen zu Zentren des Erwachens. Trotz der geringen Population kommt es in den Bergen, besonders entlang des Alpenhauptkamms, zu einer hohen Dichte an paranormalen Lebewesen. Auch die (meta)menschliche Bevölkerung integriert sich in die spirituelle Welt der Alpen und verschließt sich immer mehr gegen die Täler.
Mitten in diesem Mana-Meer fallen einige wenige Orte auf, die seltsam fremd wirken. Die alten Salzstädte, einstmals Zentren der neolithischen und bronzezeitlichen La Tène-Kultur, scheinen mit dem Erwachen wenig bis gar keine Veränderungen durchzumachen.

Durch die Umstrukturierungsprogramme 1998 und Cattenom 2008 schon arg gebeutelt, sehen die südlichen Bundesländer nach dem Chaos um VITAS und UGE keinen Anlaß mehr, bei der BRD zu verbleiben. 2012 treffen sich die Ministerpräsidenten von Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Thüringen und Sachsen in München.

Am 8. Mai 2013 wird die neue Verfassung in den Nordstaaten ausgerufen. Die BRD ist tot - es lebe die Allianz Deutscher Länder (ADL) unter Führung von Hannover und Nordrhein-Ruhr. Hierbei enthalten die Gesetze erstmals in Deutschland einen Passus über die Exterritorialität der Konzerne.

Etwas später, nämlich erst am 9. November 2013, konsolidiert sich in Ulm die Liga Deutscher Staaten (LDS) unter Führung von Bayern und Sachsen. Aufgrund des Vertrages von Ulm verpflichtet sich Bayern, die Sezession von Franken und Schwaben nicht zu verhindern; während Schwaben mit dem unabhängigen Württemberg das Bundesland Schwaben-Württemberg bildet, bleibt Franken unabhängig. Die reicheren Südländer versuchen, wenigstens eine geringe Kontrolle über die Konzerne zu behalten. Ihr manchmal arrogantes Auftreten (und einfach die Tatsache, daß sie noch eine Infrastruktur haben) sorgt dafür, daß man teilweise bis heute die Spaltung nicht wahrhaben will (Hunggarten-Märchen).

Daraufhin entscheidet sich die Bevölkerung von Südschleswig, ihr Glück fortan lieber in der 2012 gegründeten Skandinavischen Gemeinschaft zu versuchen. Auch diese Sezession geht glatt vonstatten; die deutsche Regierung ist kurz vor der Resignation.

Im November 2017 gründet sich in Frankreich die Oligarchie unter dem Herzog von Orleans. Damit wird Frankreich zur Aristokratie.

Im Januar 2021 schliessen sich die Vereinigten Rheinischen Industriewerke (VRI) unter Lydia Templer und die IGDB unter Friedrich Helmhardt zu einem Betrieb, den Vereinigten Industriewerken Deutschlands (VID), zusammen. Dieser Betrieb kann sich damals mit Belloits Saeder-Krupp messen, konzentriert sich allerdings eher auf nationale Firmen, während SK auf dem internationalen Markte einkauft.

Die VID hat sich 2021 aber noch kaum eingearbeitet, da beginnt der zweite Teil der UGE, die Goblinisierung, und der von der IGDB übernommene neue Chef des VID-Werkschutzes Edmund Scherer bereitet den Schutz auf, wie er es ausdrückt, "böse Überraschungen" vor. Der Ex-VRI-Werkschutzchef Joachim Krieger, der immer noch eine hohe Stellung im VIDWS innehat, knüpft Kontakte zu Bundesheer, -schutz und -wehr und gibt Anweisung, VID-Mitarbeiter, vor allem Goblinisierte, bedingungslos vor Ausschreitungen zu schützen und sogar verfolgten Goblinoiden Schutz in VIDWS-Kasernen zu gewähren.

Eine Explosion bei Hoechst-Rhône-Poulenc tötet 2026 134 Menschen und verletzt 74 teilweise schwer. Unter anderem wegen der Folgen darauf muß HRP während des Jihads 2038 Konkurs anmelden und wird von Saeder-Krupp geschluckt.

>>>[Wegen der Folgen? Die Rhône war noch zehn Jahre danach verschmutzt wie 'ne Kloake!]<<<
-Cauchemar

>>>[NEBENSACHE! Was viel wichtiger ist - danach wurden erstmals die Proteans gesehen! Natürlich ist das ein Zufall - Ungefähr so zufällig, als die Sonne hier abends untergeht!]<<<
-Rammbock

2029 verwüstet der RASPAD (oder RAZPAD)-Virus Datenbanken auf der ganzen Welt. Der VIDWS antwortet mit der Einrichtung der DaSiT (Datensicherheitstruppe), die Hand in Hand mit Echo Mirage diesen Virus vernichtet. Die Verluste der DaSiT sind zwar nicht so hoch wie die von EM, allerdings muß die DaSiT sich wegen Hardwareproblemen auf Europa beschränken. Nun sind vor allem die bisher ungeschorenen Länder der LDS stärker betroffen als irgend eine andere Gegend in Deutschland; es kommt fast zum Zusammenbruch der Infrastruktur.

2030 sieht die Neubesiedlung der Nordseeküste. U.a. in Helgoland wird mit dem Bau einer Arcologie begonnen, jedoch ebendort wird am 30.09. eine Sperrzone deklariert. Der Standort der zivilen Arkologie wird nach Groningen verlegt.
Anfangs folgt darauf ein Aufschrei der Konzerne, jedoch angesichts der Eurokriege im Folgejahr verstummt dieser. Der Bau der anderen Arcoblöcke in Emden und Bremerhaven verläuft problemlos.

Das Frühjahr 2031 bringt das Auftreten der Hanse in Bremen. Die Nordsee ist nicht mehr schiffbar, es sei denn mit computergesteuerten Schiffen. Aber selbst mit ihnen wird es zum riskanten Unterfangen, u.a. durch die Piraten. Die Hanse ist ein Zusammenschluß von ca. 30 Großfamilien, die sich in Neubarock kleiden und eine geballte und unübersichtliche wirtschaftliche Macht darstellen. Als einzige können sie mit bemannten Motokoggen durch die Säurewellen der Nordsee pflügen, ohne daß ihnen dies etwas auszumachen scheint.

Die Hanse wird wohl immer ein Mysterium bleiben. Übernahmeversuche anderer Konzerne endeten normalerweise entweder mit der Übernahme des Konzerns durch die Hanse, oder mit einem Boykott, so der Konzern zu groß zum Übernehmen war.
Danach wurden normalerweise die Überfahrtstarife für diesen Konzern völlig neu verhandelt...

Die Hanse arbeitet eng mit der Marine des GDAV und der Deutsch-Katholischen Kirche zusammen.

Der Krieg

Eurokriege, erster Teil

2031 sieht auch den Beginn der Eurokriege. Unter dem russischen Diktator Jernin marschieren russische Truppen gegen den Westen los. Der Diktator stößt nach Deutschland, bis in die Hamburger Vorstädte, vor. Zur Sicherung ihrer vitalen Interessen besetzen britische Fallschirmjäger die Niederlande nördlich des Rheins, die Nordrhein-Westfälischen Regierungsbezirke Detmold und Münster sowie Niedersachsen bis zur Linie Hamburg-Hannover-Weser.

Nach dem Zusammenbruch der deutschen Militärführung in den ersten Tagen schickt Österreich Truppen nach Deutschland, die den zerstörten Generalstab ersetzen und in den nächsten Wochen eine Vereinigung des österreichischen Bundesheeres mit der Bundeswehr und verschiedenen enteigneten Konzerngarden durchführen. Neben den Russen, die auf der Linie Lübeck-Hamburg-Braunschweig-Göttingen-Schweinfurt-Eger(CZ) und von dort an der Bayrischen Ostgrenze stehen, bilden die Briten auch eine Front, aber ohne mit den Deutschen zusammenzuarbeiten - im Gegenteil, wo sich eine deutsche Einheit in britisch besetztes Gebiet wagt, wird sie ebenso angegriffen wie die Russen. Seer, der komissarisch die Regierungsgewalt übernommen hat, spricht von einem Dreiparteienkrieg.
Im Frühjahr 2032 kommt es zur großen Schlacht von Celle, in der deutsche Truppen mit einer Verwirrungstaktik Briten und Russen aufeinander im Wald westlich Celle aufeinander zuleiten. Als die beiden daraufhin ihren Hauptschwerpunkt auf die Linie Hamburg-Hannover bzw. Hamburg-Braunschweig legen, kommen Einheiten aus Holstein, verstärkt durch Freiwillige aus der Skandinavischen Gemeinschaft, aus dem Norden, eine kombinierte Deutsch-Österreichische Armee aus dem Süden und nehmen sich die große Schlacht, wo Briten und Russen gegeneinander völlig ohne Aufklärung dastehen und von den Fallschirmjägern auf Trab gehalten werden, in die Zange, und Belgier, Luxemburger und Exil-Niederländer stoßen zwischen Duisburg und Venlo nach Norden, überqueren bei Wesel den Rhein und stoßen bis Nordhorn vor. Die Russen und Engländer werden in der Schlacht bei Celle derart vernichtend geschlagen, daß die Deutschen danach die Russen nach Westen drängen und die Niederländer die Briten fast alleine außer Landes treiben können (nachdem auch die halbe Ausrüstung der Armeen der Skandinavischen Gemeinschaft bei den Deutschen kämpft). Das ganze passierte zwei Tage, bevor die Briten in der UNO die deutsche Regierung für abgesetzt erklären und die offizielle Verwaltungshoheit über ganz Niedersachsen, Bremen, die Regierungsbezirke Münster und Detmold sowie die Niederlande nördlich des Rheins mit einer Option auf die restlichen Niederlande und Belgien für den Fall, daß diese Länder nicht mit den Erfordernissen der Zeit zurechtkommen, beantragen wollen.
Anfang 2033 gewinnt der Krieg entgültig sein Bewegungsmoment, und die Vereinigten Truppen drängen die Front wieder nach Osten, um im Spätsommer mit niederländischen und polnischen Freiwilligenverbänden die deutsche Ostgrenze zu überschreiten. Der russischen Armee gelingt es erst auf der Linie Kattowitz-Thorn-Allenstein-Memel, das Gefecht in einem Stellungskrieg aufzuhalten. Britische Truppen ziehen sich auf Gesamteuropäischen (=französischen) Druck vollends aus Kontinentaleuropa zurück.

Ende 2033 werden Hauptquartiere aller Kriegsparteien um ca. 00:30 MEZ zerbombt. Viele aus dem Generalstab Jernins sterben unter den Waffen von Attentätern, wahrscheinlich der SAS. Im anschließenden Frieden von Lille werden die Frontlinien als Grenzen festgelegt; weder ist Rußland bereit, das besetzte Polen zu räumen, noch ist unter diesen Umständen Brigadegeneral Adolph Seer, der dienstgradhöchste überlebende Offizier der deutsch-österreichischen Truppen, gewillt, den von seinen Truppen gehaltenen Teil Polens an Rußland abzugeben.
Der Krieg wird beendet; Ungarn behält seine Freiheit, jedoch Polen und die Slowakei, die Ukraine, das Baltikum und Weißrußland werden von Jernin gehalten. Durch nach dem Krieg ausbrechende Unruhen in Russland und der Ukraine gerät das Regime Jernin ins Wanken. In Norddeutschland, vor allem im Nordosten, hat der Krieg einen Großteil der Infrastruktur zerstört. Tausende fielen; die Millionen Flüchtlinge aus den besetzten Gebieten schwächen auch die übrige norddeutsche Wirtschaft, und ihre Rückführung in das ehemalige Kriegsgebiet stellt eine Herausforderung für ganz Deutschland dar. Der holsteinische Innenminister (und spätere Außenminister) Schmidt macht sich hierbei verdient. Was der Krieg an Schäden angerichtet hat, ist nicht vorstellbar; viele russische Soldaten verbleiben in Norddeutschland und helfen aktiv beim Aufbau. Ebenfalls nach diesem Kriege, als Reaktion auf die Luftangriffe Jernins, wird der Deutsche Luftschutzbund (DLSB) gegründet.

In diesem Jahr, 2033, gründet sich das Herzogtum Pomorya auf dem Gebiet des deutsch-polnischen Pommern.

Anfang 2034 zerschießen Eliteeinheiten Jernins mit brutaler Gewalt die meist Neokommunistischen Aufständischen (nach offizieller russischer Verlautbarung als Reformgegner bezeichnet). Wassilij Bogatschov, der Führer der Aufständischen, entgeht knapp den Kugeln der MGs. Bemerkenswert hier die Anzahl von erbeuteten Mauser-Gewehren bei den Aufständischen.

Des Krieges zweiter Teil

Daß das Ende des ersten Eurokrieges ein sehr unbefriedigendes Resultat für die Westslawischen Völker bedeutete, war klar; nach dem Ende der Aufstände in Rußland wandte sich Jernin nun mit tatkräftiger Unterstützung an die Südslawischen Gebiete. Er steht in der Paradoxen Situation, einerseits einen außenpolitischen Erfolg zu benötigen, andererseits allerdings eine Atempause zur Erholung seiner Streitkräfte und einen Konfliktherd außerhalb Rußlands benötigt, den er nach tschetschenischem Vorbild dazu verwenden kann, um Ruhe in den frischanektierten osteuropäischen Gebieten zu schaffen.

2033 vereinigen sich Serbien und Bulgarien zur Panslawischen Union. Allerdings reißt die Hauptstadt Belgrad schnell alle Kompetenzen an sich; Bulgarien wird so nur noch zum serbischen Bundesland.

Am 28.06.2034 läutet dann der großserbische Krieg den nächsten Teil der Eurokriege ein. Innerhalb weniger Monate hat Serbien Montenegro, Bosnien-Herzegowina, Albanien und Kroatien besetzt, um in den Folgejahren auf Slowenien, Tschechien, Ungarn und - Österreich vorzumarschieren.

2036 marschieren Serbische Truppen in Österreich ein, um festzustellen, daß General Seer die Vereinigten Streitkräfte Deutschlands und Österreichs mittlerweile auf volle Kampfstärke gebracht hat. Zunächst scheinen deutsche Truppen nur mit Mühe das Moment des großserbischen Angriffs aufhalten zu können – nachdem dieser allerdings zum Stehen gebracht ist, bringt Generaloberst Seer seine zwei Armeen und zwei Korps als Reserve zum Einsatz und startet am 28. Juni, dem Gedenktag der Amselfeldschlacht, den Gegenangriff.

Im Spätsommer versuchen norditalienische Nationalisten, auszunutzen, daß die Front sich mittlerweile weit nach Ungarn verschoben hat, und Gebietsansprüche auf Tirol mit Waffengewalt durchzusetzen; hiervon hat allerdings der Geheimdienst längst Wind bekommen, und so laufen die Alpinieri-Einheiten zwei Divisionen Gebirgsjägern in die Arme, die sofort zum Gegenangriff übergehen. Die Tatsache, daß in den Frontlinieneinheiten viele gepreßte Südtiroler deutscher Sprache dienen und auch italienische Südtioler nicht viel Sympathie für ihre neue Regierung in Mailand haben, führt dazu, daß viele Einheiten sich sehr schnell den Soldaten der 8. GebJgDiv (München) und 9. GebJgDiv (Innsbruck) ergeben. Die deutschen Truppen bleiben erst an den Grenzen von Südtirol stehen, während in Mailand ein Aufstand gegen die Nationalistische Regierung beginnt, der mit einem Wiederanschluß Norditaliens an die römische Regierung endet. Im Vertrag von Bozen werden die aktuellen Frontlinien bis auf weiteres festgeschrieben und die Stationierung österreichischer "Schutz- und Kontrolltruppen" in Gebieten Norditaliens festgelegt. Im weiteren Verlauf der zersplitterung Italiens übernehmen sie die Kontrolle und ermöglichen so eine stabile Bezirksregierungsbildung in diesen Gebieten.

Die Frontlinien gegen Serbien verharren nun an der Ostgrenze Ungarns und der Südgrenze Sloweniens. Durch die russisch gehaltene Slowakei muß die deutsche I. Front fürchten, ansonsten eine offene Flanke für Schläge aus den russisch besetzten Gebieten zu haben. Nichtsdestotrotz wirkt sich das Ausbleiben militärischer Erfolge, sogar der Verlust des als Südslawisches Kernland propagierten Sloweniens, in starken innenpolitischen Spannungen in Belgrad und Moskau aus. Die Spannung baut sich auf, als ein harter Winter bis in den April hinein eine Zuspitzung der Lage in Rußland und Serbien provoziert. Die politischen Führer von Serbien und Rußland wenden sich zunächst dem Inneren zu; sie sind der Meinung, durch die offene Flanke in Slowenien sei Deutschland im Schach gehalten.

Anfang Mai 2037 stellt Serbien fest, daß dies eine absolute Fehleinschätzung war. Die II. Front unter Generaloberst Edmund Scherer überschreitet am 2. Mai mit niederländischen, polnischen, tschechischen und slowakischen Einheiten die Demarkationslinie und steht nach nur knapp zwei Monaten an den ehemaligen polnischen und slowakischen Ostgrenzen, um dann nach Norden einzuschwenken und in den nächsten Monaten im Osten erst an der Linie Kaschau-Lemberg-Wilna haltzumachen und wieder nach Norden das Baltikum zu besetzen, während ein Angriff der Skandinavischen Gemeinschaft Karelien besetzt und den Hafen Murmansk nimmt.
Durch dieses Manöver schon Mitte Juni von seiner offenen Flanke befreit, nimmt die I. Front unter Generalfeldmarschall Seer exakt am 28. Juni die Kampfhandlungen wieder auf. Es kommt zu Aufständen in Moskau und Belgrad, die in Belgrad allerdings schnell unterdrückt werden. Nicht unterdrückt wird der zivile Widerstand in allen besetzten Gebieten und sogar Serbien und Bulgarien. Die Bevölkerung ist nach dem Winter kriegsmüde und stellt sich die Frage, weshalb man all dies eigentlich durchmacht, wo es doch eh' nur noch eine Frage der Zeit ist, bis der Krieg verloren wird. Einem harten Vorgehen im ganzen Lande gegen die Arbeiter folgt eine Verbrüderung dieser in allen Ländern Groß-Serbiens.

Im September scheint in Russland unterdessen wieder die Revolution fehlgeschlagen, als deutsche Panzer des Typs Ruhrmetall TH-1200 (8x8) und Pandur 3 über die Strassen vieler Großstädte rollen. Eine große Gegenoffensive der Aufständischen in Moskau beginnt Ende Oktober; der Sitz des Präsidenten Jernin wird gleichzeitig von zwei Seiten angegriffen. Als der Präsidialdiktator mit seinem Stab durch das Metrosystem fliehen will, sieht er sich gesprengten Gleisen im Geheimtunnel gegenüber: Die Belagerung des Weißen Hauses beginnt. Die Panslawische Union hat damit ihren wichtigsten Bündnispartner verloren, was auf ein schnelles Ende des Serbienkrieges hoffen läßt. Dort erklärt Griechenland das Ende seines Assoziiertenstatus (Heilige Allianz) mit der Panslawischen Union, nachdem klar ist, daß serbische Truppen Griechenland nicht wie versprochen nach der Annexion Mazedoniens zur Hilfe kommen können und die Lage an der Griechisch-Türkischen Front bedenklich zu werden beginnt.

Am 28. November kapituliert Jernin, eingeschlossen in seinem Regierungsgebäude; Bogatschov übernimmt die Macht in der neuen Sowjetunion. Gegen die Übergabe Kareliens an Finnland erreicht er einen Abzug der Skandinavischen Truppen aus Murmansk und Umgebung. Estland und Lettland schließen sich im nun fast augenblicklich folgenden Frieden der Skandinavischen Gemeinschaft an; Litauen blieb neutral. Als Dank für die Unterstützung bei der sog. Novemberrevolution gibt Bogatschov die nördliche Hälfte des Lagoda-Sees mitsamt dem umschliessenden Land an Finnland. Während der gesamten Revolution konnten schon viele Truppen der II. Front abgezogen und aufgefüllt werden; nun schwenkt die gesamte II. Front nach Süden ein und eröffnet aus Norden kommend eine zweite Frontlinie in Rumänien.
Die Neosowjetunion baut in der Folge mit Hilfe Deutschlands die Russische Armee zur Neo-Sowjetskaja Armija (NSA oder HCA) um. Trotzdem ist das Gebilde Union der Neo-Sozialistischen Sowjetrepubliken (UdNSSR) so labil, daß man bis zum Chinesisch-Sowjetischen Kriege nicht weniger als sechsmal von seiner Auflösung redet. Zunächst aber geht es um die Umgliederung des Fernen Ostens Rußlands zur unabhängigen NSSR und der schrittweisen Räumung der besetzten Gebiete im Osten, in denen Bogatschow auch eine umfassende Aufbauhilfe anlaufen läßt.

Der nun folgende Winter ist – zum Glück für die Zivilbevölkerung – ungewöhnlich milde. Für die gesamtdeutschen Truppen bedeutet dies allerdings, daß sie weder einen Großteil ihrer logistischen Fähigkeiten auf die Versorgung der Bevölkerungen in den besetzten Gebieten aufwenden muß, noch eine besondere Einschränkung ihrer Beweglichkeit hinnehmen muß. Dies führt auf serbischer Seite zur endgültigen Katastrophe; die Armee dort hatte mit letzter Kraft auf ein Verhärten der Fronten hingearbeitet. Nun sahen sich demoralisierte Soldaten, die nicht wußten, wie es ihren Angehörigen ging, zwei fast frischen Fronten aus je zwei Armeen Heer und zwei Korps Reaktionskommando gegenüber. Noch bis Ende des Jahres fallen Rumänien und Moldawien der II. Front sowie Kroatien und Bosnien-Herzegowina der I. Front in die Hände; zwei Korps Interventionstruppen landen in Albanien, und in ganz Albanien und Mazedonien, daß Serbien noch um die griechischen und türkischen Teile vergrößert hatte, beginnt ein Aufstand, der die Führung zwingt, panikartig ihre Truppen zurückzuziehen oder zuzusehen, wie sie eingeschlossen werden. Nur Montenegro, aus dem über die Hälfte der Belgrader Führung stammt, bleibt noch ruhig. In Serbien und Bulgarien wird es für Polizeieinheiten immer schwieriger, die Ruhe aufrechtzuerhalten. In Bulgarien gehen die Lebensmittel Ende Januar 2038 aus, und die Armee, selbst nicht mehr versorgt, stellt am 2. Februar die Kampfhandlungen ein, als die II. Front wieder in das Bewegungsgefecht übergeht. Fast kampflos gelingt ihnen auch die Eroberung des kroatischen Korridors von Slavonien, der als einziger noch von Serbien gehalten wird und so eine Vereinigung der I. und II. Front verhindert – der neue Generalstabschef Batic soll sich geäußert haben Na, endlich, dann haben wir jetzt ja nur noch zwei Fronten!. Montenegro erklärt seine Neutralität und läßt sich kampflos von einer deutschen Division besetzen gegen die Zusage, daß hier keine albanischen Einheiten zum Einsatz kommen.

Wie ein Geschenk des Himmels erscheint es Serbien, als sich die türkische Bedrohung nach Griechenland verdichtet und man hofft, daß so die Frontlinien im Süden entlastet werden. Es kommt allerdings nach sofort angesetzten diplomatischen Gesprächen in Wien zwischen Gesamtdeutschland mit Griechenland und der Türkei nicht zum Angriff.
Mitte April 2038 putscht Batic gegen die großserbische Führung und stellt sie unter Hausarrest. Einige Einheiten ergeben sich darauf den gesamtdeutschen Truppen, was zu starken Lücken in der Front führt. Beim Versuch, die Frontlinie durch Zurücknahme wieder zu stabilisieren, werden einige weitere Einheiten von Gesamtdeutschland eingekesselt und müssen ebenfalls kapitulieren. Die griechische Regierung wird gestürzt, und in den folgenden international kontrollierten Wahlen siegt die Opposition mit überwältigender Mehrheit. Sie versucht, einen Ausgleich mit der Türkei zu finden; diese macht aber eine eventuelle Aufnahme diplomatischer Beziehungen von der sofortigen Übergabe von ganz Zypern und Mazedonien an die Türkei abhängig.

Ende April 2038 kapituliert das eingeschlossene Belgrad; am 28. Juni kommt es ebendort zu einem Friedensvertrag. Batic überstellt mehrere ehemalige Politiker und Führer dem internationalen Gerichtshof in Den Haag; und nach dem sehr milden Friedensvertrag erhalten die zersplitterten Parteien der Nationalisten in den Wahlen im Oktober nur noch 8% der Stimmen. Batic selbst handelt eine Amnestie für weite Teile des serbischen Militärs aus, bevor er sich selbst mit mehreren Mitgliedern seines Generalstabes und der Übergangsregierung dem Gerichtshof stellt.

Blutiges Intermezzo

2039 erschüttert die Nacht des Zorns die Welt. In Deutschland verläuft sie glimpflicher; dies liegt allerdings nicht so sehr an der Metamenschenfreundlichkeit der Deutschen (es gab, wie man in jüngster Zeit schmerzvoll mitkriegen mußte, eine starke nationalfaschistische Bewegung), und nicht nur an der allgemeinen Kriegsmüdigkeit; der Grund ist viel simpler.

Gerade sind die noch nicht vollständig demobilisierten Armeeverbands-Truppen aus Serbien gekommen; und im Nahen Osten zeichnet sich ein Krieg schon halb ab. Der AV hatte schon vorher als eine der ersten bewaffneten Gruppen gezeigt, daß er Metamenschen unbedingt schützen würde. Die wenigen Ausschreitungen, die es gab, wurden noch in der gleichen Stunde auseinandergetrieben - und zwar nicht von erbittertem Widerstand verschiedener autonomer und anarchistischer Gruppen, sondern vielmehr von Kampftruppen des AV, die soeben aus der serbischen Hölle gekommen waren und keine Ambitionen hatten, sich nun von einigen dahergelaufenen Demonstranten doch noch verletzen zu lassen. Gott sei Dank hatten die Offiziere für die Zuteilung von Gummigeschossen und Tränengasgranaten gesorgt, ansonsten hätte es auf Seite der Rechten wohl noch mehr Verluste gegeben. Die Lektion, die die Rechten nun lernen, ist eindeutig: solange der AV in voller Kampfstärke im Lande ist, ist jeder Aufstand automatisch zum Scheitern verurteilt.

Als der versuchte Putsch 2040 eigentlich schon zusammengebrochen ist, erschüttert eine Katastrophe ganz Gesamtdeutschland. Der Rhein wird durch eine Gruppe metamenschlicher Aktivisten und anderer Magier gesperrt, die einige kleinere Erdbeben aus Protest gegen die Nacht des Zorns und die kommissarische Militärregierung, die sich (nicht zuletzt deswegen) noch nicht aufgelöst hat, auslösen. Der Rhein und die Mosel stauen sich und brechen in einer Flutwelle los - um dann durch eine weitere, zeitlich genau abgestimmte Sperre am Niederrhein nicht abfließen zu können und das Neuwieder Becken zu überfluten. Ein See reicht bis nach Lahnstein; die Presse spricht von der größten Katastrophe seit Cattenom. Die metamenschliche Gruppe Freiheit allen Nichtmenschen! bekennt sich zu dem Anschlag, der sofort darauf von anderen metamenschlichen Organisationen im In- und Ausland auf schärfste verurteilt wird. Magier aus allen Ländern Europas, aller Rassen und Hautfarben, reisen an, um den Staat und die Opfer zu unterstützen. Einige links- und rechtsgerichtete Gruppen machen die kommissarische Militärregierung verantwortlich, sie habe den Anschlag billigend in Kauf genommen, um der Dekommissionierung zu entgehen. Die Opferzahlen überschreiten die vierstellige Grenze. Die Hölle scheint losgebrochen zu sein.
Und die Hölle bricht in Gesamtdeutschland auch fast sofort los. Ein mit Phosphor beladener Tankwagen rast in das Konsulat von Pomorya in Karlsruhe und zerstört das Gebäude fast vollständig, ohne jedwede Begleitschäden anzurichten. Währenddessen werden in ganz Gesamtdeutschland Botschafter von Tir Tairngire und Pomorya ausgewiesen, und eine Reihe von Verhaftungen erfaßt radikale metamenschliche Aktivisten aller Gruppen. Seer gibt keinen Kommentar zum Tankwagenunglück von Karlsruhe ab; als ein Reporter ihn während einer Pressekonferenz nach einem Namen für die laufende Aktion fragt, reagiert er gereizt und antwortet dann mit: Nennen Sie sie einfach: Knüppel aus dem Sack! Daraufhin beendet er die Konferenz; die dazwischengerufene Frage eines Reporters von ABC Medien, ob es wahr sei, daß der Gesamtdeutsche Geheimdienst auch in die Aktion engebunden sei, bejaht er allerdings noch nachdrücklich.
Unterdessen werden von den Ritualplätzen die Leichen der Magier abtransportiert, die noch Sperrgebiet der bisher unbekannten Spezialeinheit des GDGD, der valwe troum-gesihte, sind.

>>>>>[Die valwe troum-gesihte sind niemals vor oder auch hinterher mehr öffentlich in Erscheinung getreten. Der Name hat lange Zeit die Öffentlichkeit vor Rätsel gestellt; ich mußte auch lange suchen, bis mir ihn jemand erklären konnte - eine süße, kleine Germanistikstudentin !!!. Er bedeutet Bleiche Traumbilder und ist - Mittelhochdeutsch!?!
Ich war damals am Niederrhein dort und habe mit meiner Magie die Opfer psychologisch betreut; in der Nähe des Ritualplatz selbst ist es mir immer ziemlich übel geworden; das hat leider dazu geführt, daß ich genau dort hinwollte, um zu sehen, warum.
Die valwe troum-gesihte haben um den Platz selbst ein Sperrgebiet angelegt. Das war in Ordnung. Näher wollte ich sowieso nicht ran. Als ich gerade dort war, gab einer am frühen Morgen kurz nach Sonnenaufgang die Leichen frei. Da Totengräber zu dem Zeitpunkt eh' schon genug zu tun hatten, habe ich ihnen geholfen, die 24 Leute auf einen LKW zu laden. Als wir in das Leichenzelt im Sperrgebiet geführt wurden, habe ich die Gegend kurz askennt.
Das vale troum-gesiht, das uns geführt hat, hatte ein interessantes Astralbild. Ich verwette meinen Hintern, hochgradiger Initiat; die Uniform, die die valwe troum-gesihte anhatten, besteht aus einem schwarzen, langen Kapuzenmantel aus Leder, bei dem sie die Kapuze in der Öffentlichkeit immer oben haben, mit einem Gürtel mit Pistolenhalfter. Keine Rangabzeichen, nichts.
Askennt sah man einen schwarzen Umhang mit geharnischten Händen und Beinen; kein Gesicht. Nach der Aktion ist ein Geheimdienstler in der normalen schwarzen GD-Uniform auf mich zugekommen und hat mich gefragt, ob ich den Herrn der Ringe kenne. Ich habe die Warnung verstanden; das Astralbild der valwe troum-gesihte erinnert wirklich stark an die Ringgeister aus dem Herrn der Ringe.
Der Mensch, oder was das war, war aber noch das angenehmste auf dem Platz. Eigentlich war die astrale Signatur sehr ähnlich dem, was ich vom großen Geistertanz in Nordamerika gehört habe - nur mit dermaßen unbeschreiblichen Einschlüssen, daß ich sie kaum beschreiben kann, scheinbar nichts von dieser Welt. Einerseits schreckliche Zeichen wie von einer anderen Macht. Andererseits scheinbar hermetische Signaturen von einer - ja, wie eine absolute negierende Kraft, die alles frißt und vernichtet (zu Nichts macht).
Es war ein unbeschreiblicher Gestank in der Luft, wie von verbranntem Fleisch, aber von keinem Tier dieser Welt. Und glaubt mir, ich habe vieles gesehen. Ich habe einem Spinneninitiaten mit zweistelligem Grad ins Gesicht gelacht. Ich habe Manabälle mit Insektengeistern tanzen lassen, und ich habe selbst den verrücktesten Menschen für die Polizei in die Seele gesehen.
Niemals vor-, und niemals nachher habe ich eine derartige Magie gesehen. Der Ritualplatz ist immer noch unter Beobachtung des Geheimdienstes, aber der Stützpunkt ist angeblich ausschließlich mit Nega-Magiern besetzt. Ich bin wie im Wahn immer wieder hingefahren; bis ich eines Tages einen Mann dort sah, der mir in die Augen schaute, und ich sah, er verstand genau, was ich durchgemacht hatte, hatte alles auch gesehen. Ich fiel ihm einfach nur in die Arme und weinte. Seitdem haben die Alpträume aufgehört.
Später hat mir jemand einen Vertrag unter die Nase gehalten, daß meine Begegnung mit Dunkelzahn keine weiteren rechtlichen Verpflichtungen für den Drachen einschlösse; das gab mir zumindest eine ungefähre Vorstellung, mit wem ich da vielleicht wortlos gesprochen haben könnte...
Zurück zu den Leichen. Einige Stellen an ihren Körpern waren nachträglich ausgebrannt, aber nicht nur Hände und Gesichter (obwohl die oft auch), also wohl nicht, um eine Identifikation zu verhindern. (Soweit ich weiß, wurden sie später von mehreren verschiedenen Stellen, unter anderem die Nachforschungen von ABC-Medien, identifiziert.)
Der Rest ihres Körpers wies furchtbare Verletzungen auf, und sie haben offenbar sehr lange gelitten, bis sie gestorben sind. Ich kenne auch kein Werkzeug, mit dem man so etwas mit einem lebenden Menschen tun kann. Einige schienen auch schon seit Jahren tot und mumifiziert zu sein, obwohl das nur knapp einen Monat nach der Katastrophe war.
Nach etwa zwei Wochen, in denen ein Phosphorfeuer gemacht wurde, um irgend etwas zu verbrennen, wurde baggerweise Erdreich abgetragen und in Spezialcontainern an einen unbekannten Ort gebracht. Danach wurde der Platz wieder für die Öffentlichkeit freigegeben.
Ich weiß nicht, was damals passiert ist. Und ich weiß auch nicht, wo die größere Katastrophe war, dort, wo aberhunderte in den Städten für die metamenschliche Sache ertrunken sind, oder an den Ritualplätzen. Ich weiß nur, daß ich hoffe, daß sowas nie wieder auf dieser Welt passiert, und daß mich nur dieser Fremde, den mir meine Göttin Freya geschickt hat, vor dem sicheren Wahnsinn gerettet hat.]<<<<<
-Tranqpatch

>>>>>[Tranq? Bist Du's wirklich? So kenne ich Dich gar nicht!]<<<<<
-COSYnuS OberPeil

>>>>>[Ich will jetzt nicht sagen, daß Tranq nicht die Wahrheit erzählt, vor allem, wenn sich Cosy für ihn einsetzt. Ich war immerhin auch nicht am Niederrhein, von daher kann ich zu diesem Ritualplatz nichts sagen.
Ich war allerdings an Mosel und Oberrhein, den ersten Plätzen.
Die magische Strahlung war identisch mit dem Großen Geistertanz, von anderen Kräften habe ich nichts gespürt.
Die Beschreibung der valwe troum-gesihte kann ich genau so bestätigen.
Bei uns wurden die Leichen (pro Platz 12) schon nach zwei Tagen freigegeben. An der Mosel, und nach meinen Berichten auch am Oberrhein, waren das keine schönen Anblicke. Die valwe troum-gesihte hatten offenbar, magisch gesehen, ziemliches Kleinholz gemacht - einige der Magier waren übrigends bekannte Initiaten der radikal-metamenschlichen Bewegung aus ganz Europa, Afrika, Asien und auch Nordamerika. Da am Oberrhein angeblich nur sieben valwe troum-gesihte sofort vor Ort waren, an der Mosel sogar nur drei, würde ich mich mit ihnen auch nicht anlegen wollen, egal, wie initiiert ich bis dahin bin.
Ich habe aber schon öfters gehört, daß am Niederrhein bei dem Ritual angeblich irgendwas sehr schief gelaufen ist. Jemand meinte sogar mal, einer der wirklich wichtigsten Leute aus dem GD (er sprach von Döring oder Krieger - das halte ich persönlich aber für übertrieben) seien sofort noch während des Attentats dort gewesen und hätte schon den Kampf aufgenommen.
Nochwas: Tranq ist offenbar Ásátru, ich bin Hermet. Ich glaube zwar nicht, daß es daran liegt, aber das wird auch schon einiges ausmachen.]<<<<<
-Wagner

>>>>>[Noch was zu den von Tranq beschriebenen valwe troum-gesihte, was er nicht beschrieben hat. Ich habe zu dem Zeitpunkt in Koblenz bei den Aufräumarbeiten geholfen.
Einmal kam irgendeine Trine auf einen der valwe troum-gesihte zu, als wir in einem Vorort einen Stützpunkt der Freiheit allen Nichtmenschen! untersucht haben, und hat ihn als Chauvinistisches Herrenmenschen-Fascho-Schwein beschimpft. Als er darauf gar nicht reagierte, ist sie mit einem Messer auf ihn los.
Ich habe sofort die Unterarmklingen ausgefahren, ohne daran zu denken, wo ich da war; er zog einfach nur seine Pistole (sie tragen übrigends noch einen Dolch an der linken Seite, das läßt sie wirklich ziemlich martialisch aussehen, von der unabdingbaren verspiegelten Porsche- Sonnenbrille mal ganz zu schweigen).
Die Pistole war eine phosphatierte (=silbrigen, verchromten) P 08 Parabellum, eine Antiquität vom Anfang des letzten Jahrrunderts (die wie nichts sonst mit deutschen Soldaten in Verbindung gebracht wird). Ich denke, ich habe gesehen, daß am Magazinknopf und am Kniegelenkknopf zum Durchladen rote Steine, ich denke fast Rubine, eingearbeitet sind.
Die Trine blieb einfach stehen, fiel auf die Knie, und ließ das Messer fallen. Erst dachte ich, er würde sie mit einem Kopfschuß erledigen. (In der Gegend eine Sympathisantin der Freiheit allen Metamenschen! - Himmel, ich hätte überlegen müssen.
Bevor was anderes passierte, kam aber eine Polizistin, legte ihr Handschellen an und durchsuchte sie. Die ganze Zeit starrte sie das vale troum-gesiht wie eine Maus eine Schlange an. Als sie abgeführt wurde, ging sie wie in Trance und versuchte bis zuletzt, den Blickkontakt zu halten. Diese Kerle sind dick.
Vielleicht hat jemand ja auch noch Sympathie mit den Metamenschen-Aktivisten; schaut Euch die Bilder an. Ich habe geholfen, einen in einem Untergeschoß am Rhein untergebrachten Kindergarten zu räumen, in dem noch alle Kindergruppen an den Notausstiegen lagen und die Gruppenleiterinnen direkt neben den Luken, weil sie offenbar noch versucht haben, die Kinder rauszubringen. Wer jetzt noch Sympathie mit diesen Mördern hat, den treffe ich wann und wo immer Ihr wollt. - Laßt den Rassistenknüppel stecken, ich bin Elb.
Es ist auch ein gutes Gefühl, wenn Du in der Hitze nur im T-Shirt sichtbar verchromt rumläufst, und ein Polizist sieht Dich - und hilft Dir dann, irgendeine verklemmte Tür aufzumachen (nicht, daß er mir viel hätte helfen können).
Man sagt immer, Katastrophen schweißen ein Land zusammen. Die verdammten Großkons können meinetwegen alle verrecken, und die meisten Landesregierungen mit ihnen, das Schmiergeld kann ich auch für sie annehmen.
Aber auf die Bundesregierung konnte ich mich immer verlassen, auch wenn wir nicht immer auf der gleichen Seite stehen. Und die Bundesregierung wird sich bei solchen Katastrophen auch immer auf mich verlassen können. Ich bin erst Gesamtdeutscher, danach erst Elb, Straßensamu, oder was auch immer Ihr wollt.]<<<<<
-Brennessel

Die kommissarische Militärregierung verhängt einen zweimonatigen Ausnahmezustand und greift in der Zeit hart durch, und Mitglieder der Organisation Freiheit allen Nichtmenschen!, die die Aktion geplant hat, sowie einige auf unbekannten Wegen vor Gericht gekommene Agenten des pomoryanischen Geheimdienstes werden zu hohen Haftstrafen verurteilt. Die Aktivität der meisten elbischen Banden, die in Gesamtdeutschland operiert haben, bricht in der Folgezeit zusammen, unter anderem wandern die Ancients Europe in Gesamtdeutschland fast vollständig wegen BTL-, Waffen-, Schutzgeld- und anderer typischen Bandendelikte ins Gefängnis.
Ein halbes Jahr später ist der Spuk vorbei. Außenpolitisch wird Gesamtdeutschland wieder von neuen Stürmen, die sich am Hozizont zusammenbrauen, bedroht.
Innenpolitisch sind die Bewohner aber verunsichert und wissen nicht, was als nächstes mit ihnen passieren wird. Viele beginnen sich zu wünschen, von der Kommissarischen Militärregierung noch möglichst lange weiterregiert zu werden. Die Zuwendung zu den Religionen, seien es alte wie das evangelische oder römisch-katholische Christentum, seien es neue Kirchen wie die deutsch-katholische Kirche oder sogar neue Religionen wie das wicca- oder ásátru-Heidentum, wächst ständig und begünstigt nicht zuletzt Sekten wie die Universelle Bruderschaft oder andere.

Dritter Teil: Jihad oder wie der Krieg beendet wurde

Im Jahre 2038 kommt es in mehreren Golf-Scheichtümern zu Umstürzen, ebenso ergeht es den von vielen islamischen Fundamentalisten als zu liberal angesehenen Regierungen Kleinasiens. Im Oktober und November treffen sich geistliche und weltliche Oberhäupter der islamischen Länder in Damaskus, um eine panarabische Sammlungsbewegung zu initiieren. Es kommt jedoch nicht zu der geplanten Vereinigung aller islamischen Länder von Marokko bis Indonesien; vielmehr findet eine heftige Spaltung in zwei Lager statt: Die Maghrebstaaten, die Staaten der Sahelzone sowie Nigeria bilden die Föderation Islamischer Staaten, Länder der arabischen Halbinsel und des Nahen Ostens (inklusive Syriens und Aserbaidschans) die Allianz für Allah, die zunächst alle Handelsverbindungen zur westlichen Welt abbricht; Malaysia, Indonesien und Bangladesch bleiben beiden Sammlungsbewegungen fern.
Europa erleidet darauf eine weitere schwere Wirtschaftskrise. Die Regionalgouverneure der EG wissen diesem Problem nicht zu begegnen; die Europäische Wirtschaftsunion (EWU) löst sich auf. Kurz zuvor ist die Türkei aus der NATO ausgetreten und hat sich der Allianz angeschlossen - was im folgenden Jahr die komplette Auflösung der NATO mit sich bringt.
Am 1. Oktober 2039 beginnt der große Jihad - die Befreiung aller Muslime in nichtislamischen Staaten oder besser in Staaten, die nicht der Allianz angehören: Die Hauptstoßrichtungen sind die Eroberung der gesamten arabischen Halbinsel, von dort nach Ägypten, von Marokko nach Algerien, vom Iran nach Turkmenistan und von allen Seiten gegen Israel.

Der dritte und letzte Abschnitt der Eurokriege erreicht Europa 2041. Am 1. Oktober erklärt Pakistan Indien den Krieg und bombardiert Kalkutta, Bombay und Agra mit Mittelstreckenraketen. Die Türkei beginnt ihren lange vorbereiteten Krieg gegen das verhasste Griechenland. Nur zwei Wochen später überschreiten Truppen der Allianz die bulgarische Grenze. Drei Tage später muß Bulgarien kapitulieren. Die islamischen Neosowjetrepubliken lösen sich gewaltsam aus der Union. Kurzerhand werden militärische Einrichtungen in Duschanbe und Samarkand mit Flächenbombardements eingedeckt. Usbekistan, Turkmenistan und Tadschikistan unterstellen sich freiwillig der iranischen Oberhoheit und treten auf Seiten der Allianz in den Krieg ein.

Der Vormarsch der islamischen Glaubenskämpfer in Südosteuropa ist nicht zu bremsen. Innerhalb eines Monats fallen Griechenland, Rumänien, Albanien, Ungarn, sowie Teile des ehemaligen Jugoslawien. Schließlich können neosowjetische, gesamtdeutsche, osteuropäische und norditalienische Truppen den Vormarsch der moslemischen Dampfwalze zum Stehen bringen, während Guerillas von den Karpaten aus die Nachschublinien unterbrechen und es Adolph Seer in einem entschlossenen taktischen Manöver gelingt, mit einer kombinierten Stoßmacht aus Truppen des Reaktionskommandos des GDAV und Luftlandekräften der HCA den Bosporus einzunehmen. Der Jihad endet im Mai 2042 so rasch, wie er begonnen hatte, mit dem Tode Chokhalis. Jissan übernimmt die Führung der zentralistischen Allianz für Allah und baut in den folgenden Jahren das neue Panarabische Reich auf. Kurdistan erlangt seine Unabhängigkeit. Nach dem Abzug der islamischen Truppen aus Europa erklären sich Mazedonien und das Umland von Istanbul unabhängig; als Brücke zwischen Nordost und Südost macht die Stadt in den nächsten Jahren einen unglaublichen Aufschwung mit, und ihre Größe verdreifacht sich.
Der Krieg zwischen Indien und Pakistan dauert unterdessen noch weitere drei Jahre an. Erst im Jahre 2045 müssen beide Staaten den Krieg beenden, um einem wirtschaftlichen Bankrott zu entgehen. Die Eurokriege werden aber Ende Mai 2042 für beendet erklärt.



Die "zweite Wiedervereinigung"

2042. Nun endlich scheint Zeit und Ruhe zu sein, mit dem zivilen Wiederaufbau zu beginnen. Mit der Aufstellung des Gesamtdeutschen Armeeverbands aus österreichischen und deutschen Einheiten hat Seer schon vollendete Tatsachen geschaffen; diese waren auch nötig, um einen Untergang Deutschlands in den Eurokriegen zu verhindern. Ansonsten liegt der Osten in seinem Blut und leckt die Wunden; Frankreich und England beäugten sich eifersüchtig. England wagt nicht, seinen Interessenbereich erneut in die Niederlande auszudehnen, die sich lieber an Deutschland halten. Man hat sich schließlich schonmal die Finger verbrannt. Auf Wunsch der Turiner Regierung rücken Einheiten des Armeeverbands in Piemont ein, um die Sicherheit der Provinz im Krisengeschüttelten Italien zu garantieren. In Polen wird die Monarchie eingeführt. Einige Monate später stellt der Geheimdienst fest, daß dieser Schritt nicht nur auf große Zustimmung Frankreichs stößt, sondern auch durch tatkräftige Unterstützung des französischen Geheimdienstes ermöglicht worden ist. Viele Kleinstaaten richten ihre Augen nach Deutschland, von dem sie sich Schutz vor englischen oder französischen Einflußnahmen versprechen. Die Skandinavische Gemeinschaft als relativ ungeschorener Staat weiß sehr wohl, daß sie das nächste Angriffsziel Rußlands nach dem Fall von Deutschland gewesen wäre, und verleiht dieser Dankbarkeit in Aufbauhilfen für Norddeutschland Ausdruck, vor allem unter dem Einfluß der Hanse. Der Friedensvertrag von Küstrin am 16. Juni 2042 legt die Grenzen Polens gegen den Widerstand Frankreichs nach den Endfrontlinien im Eurokrieg fest; ein Staat Preußen entsteht von Danzig bis Memel. Gesamtdeutschland räumt einen Korridor zur Ostsee, von Pomorya bis zum hanseatischen Danzig und die Gegend Posen, und übergibt ihn der Nationalen Regierung Polnische Republik mit Hauptstadt Posen. Ostbrandenburg und Schlesien, wo sich gerade ein Riesenstaat bildet, werden von Deutschland gehalten und dringend benötigt. Durch die Katastrophen und die Eurokriege ist nämlich die Infrastruktur Deutschlands so geschwächt, daß die immer noch hohe Bevölkerungsdichte nicht mehr zu versorgen ist. Die einzige Möglichkeit, diese auszudünnen, sind Umsiedlungsmaßnahmen. Viele Deutsche siedeln sich auf tschechischem Staatsgebiet in den Sudeten an und werden so Garant einer engen deutsch-tschechischen Freundschaft; trotzdem müßen bis auf weiteres die polnischen Westgebiete unter deutscher Verwaltung verbleiben.

>>>[Das und der damit verbundene Gebietsverlust an der Westgrenze bis auf Weiteres hat der NeoSowjetunion viel gebracht.
Viele der Republiken wollen nur drinbleiben, solange die Ukraine da ist. Und die wollte oft austreten. Mittlerweile hat die Ukraine einen Großteil verloren und ist allein nicht mehr lebensfähig. Jetzt ist die UdNSSR betoniert; somit dürfte niemand Interesse an der in unbestimmter Zeit vorgesehenen Revision des Küstriner Vertrages haben.]<<<
-Rammbock

Kaum ein viertel Jahr später erschüttert eine Serie großer Erdbeben Frankreich, Norditalien und Deutschland. Über die Ursachen tappen Geologen und Seismologen aus allen drei Ländern im Dunkeln. Die Maare der Eifel fangen an zu brodeln; die bisher passiven Drachen fliegen auf und umkreisen nervös die Gegend, mehr als einmal dabei Rettungskräfte und Feuerwehrflugzeuge angreifend. Einige längst erloschene Vulkane beginnen zu qualmen, und im Elsaß und in Baden stürzen die Häuser reihenweise ein. In selten gekannter Einigkeit arbeiten die Rettungskräfte grenzübergreifend zusammen. Aus allen vier Himmelsrichtungen brechen Erdspalten auf dem Weg nach Karlsruhe in Baden auf, um dann fünfzig Kilometer von der Stadt entfernt zu enden; dafür brechen nun vier Spalten aus dem gleichen Umkreis von Karlsruhe kommend in genauer Winkelhalbierung der bestehenden Spalten auf, um sich nach ungefähr der Hälfte der Länge der großen Spalten zu verlaufen.
Die Lage beginnt gerade kritisch zu werden; im Harz wird von einer Spalte berichtet, die ein exaktes Pentagramm gebildet hat, entlang deren Linien Erdstöße rundlaufen. Und so plötzlich, wie das Erdbeben begonnen hat, endet es auch wieder, als sei nichts geschehen.
Weite Landstriche von der Eifel bis nach Baden und das Harz sind in Mitleidenschaft gezogen; allerdings sind die wirklich schweren Schäden ausgeblieben. Deutschland atmet auf.

Um den Aufbau Gesamtdeutschlands voranzutreiben, treffen sich Vertreter von ADL, LDS und Österreich, das eine Führungsrolle eingenommen hat, in Leipzig und einigen sich am 9. November 2042 auf eine trilateralen Wirtschafts- und Sozialunion, die schon ein Jahr später unter dem Einfluß der alle Erwartungen übertreffenden Resultate an gleichem Datum und gleichem Ort in eine politische Union bis auf Weiteres umgewandelt wird. Sehr oft sieht man dies als zweite deutsche Wiedervereinigung. Als Hauptstadt wird Weimar gewählt. Dazwischen kommen die Aachener Verträge, in denen man ein einheitliches Nord-, Mittel- und Osteuropäisches Rechtssystem verabschiedet; ursprünglich sollte dies nur eine trilaterale Rechtsunion darstellen, aber viele Klein- und Mittelstaaten sowie die Neosowjetunion bitten um Teilnahme.

Im Inneren brodelt es allerdings immer noch. Die im März 2043 gewählte Regierung aus KDVP und SUGD leitet ein Verbotsverfahren gegen mehrere Parteien, darunter die DSGP, ein beschließt eine Erhöhung der Ein-Prozent- Hürde auf erst fünf, dann zehn Prozent und beginnt, die Kompetenzen der Länder zu beschneiden.
Viele dieser Gesetze werden vom Bundesgerichtshof in Bonn am Rhein gestoppt; die Regierung erklärt allerdings, die Urteile kritisieren keine Grundsatzentscheidungen, sondern nur Details und vermindert die angestrebte 10%-Hürde auf eine 7%-Klausel - wohl wissend, daß das Gesetz damit die gleichen Parteien träfe.
Daraufhin wird es dem Senat, dem auch ein Vertrauter Adolph Seers angehört, zu bunt. Er beschließt einstimmig Neuwahlen zum Frühjahr 2044, und leitet seinerseits in Bonn ein Verbotsverfahren gegen die beiden Regierungsparteien ein. Unterdessen beginnt die Konjunktur sich abzuschwächen, als viele kleinere Betriebe infolge der eindeutig die Großkonzerne begünstigenden Politik der Regierung in Bedrängnis geraten.
Als die Regierung im Herbst erklärt, die Seer'schen Gesetze seien nicht auf demokratischer Basis entstanden und somit bis zu einer Ratifizierung durch die Regierung null und nichtig, dies beträfe vor allem die Befungnisse des Senats und die Besetzung des Verteidigungsministers durch den Ranghöchsten General des Armeeverbands, gleichzeitig einer kombinierten UCAS-Ares-Streitmacht Unterstützung bei einem Militärschlag gegen Liberia zusagt, läuft das Faß entgültig über. Spezialeinheiten der eigentlich dem Innenministerium unterstehenden Bundespolizei besetzen am 13. Oktober das Regierungsgebäude in Weimar und verhaften den Bundeskanzler Wilhelm Mai sowie fast alle Mitglieder der Regierung. Als letztes Mitglied der Regierung im Amt wird Verteidigungsminister Adolph Seer vom Bundespräsidenten in Wien dazu aufgefordert, eine neue Regierung zu bilden. Wieder.
Anders als von Einigen gehofft, von Anderen befürchtet, besetzt er diesmal die Ämter nicht mit Angehörigen seiner Organisation, sondern ruft am 25. Oktober 2043 die Chefs aller übrigen Parteien in den Außenposten des Verteidigungsministeriums in Weimar. Er gibt ihnen eine Frist bis zum 5. Oktober, um eine Regierungsfähige Koalition zu bilden.
Es ist ein zusammengewürfelter Haufen, der da am 9. November vereidigt wird, und sie treten ein schweres Erbe an. Trotzdem erreicht Seer, daß sie bis zum Ende der Legislaturperiode weiterregieren können. Unter Führung der GDSDP, FRPD, ELDF und DSGP übernimmt eine Mischung aus sieben Parteien die Regierung. Dabei werden viele Ministersessel mit Vertretern von Interessenparteien besetzt - da sie auch wissen, was bei übermäßigem Parteienklüngel droht, arbeiten sie jetzt vorbildlich zusammen, und Gesamtdeutschland erlebt endlich wieder den erwarteten Aufschwung.

2045 schlägt die Oligarchie in Frankreich auf einem Treffen den europäischen Nationen vor, ihre Staatssysteme in Monarchien umzuwandeln und die EU so neu zu gründen. Frankreich, Spanien und Portugal unterzeichnen auch schon einen derartigen Vertrag. In Gesamtdeutschland löst dieser Vorschlag eine Welle der Erheiterung aus; der ehemalige österreichische Diplomat in Frankreich Leopold von Habsburg merkt polemisch an, daß dies wohl nur unter einem Kaisertum eines Habsburgers in Wien geschehen könne. Viele Staaten erweitern daraufhin ihre Zusammenarbeit mit Gesamtdeutschland; die Vereinigten Niederlande bitten um die Stationierung weiterer Einheiten vor allem im wallonischen Teil sowie eine erweiterte geheimdienstliche Kooperation.

Die Nizza-Krise

Zu Neujahr 2047 putscht die Regierungin Chambéry und erklärt sich von Frankreich unabhängig. Die neue demokratische Regierung bittet den gesamtdeutschen (=österreichischen) Militärbereich Piemont um Hilfe gegen die sich abzeichnende Intervention Frankreichs. Für ganz Europa überraschend verlegt der GDAV in einer mit dem Codenamen Nizza bezeichneten Aktion innerhalb von nur drei Tagen eine Luftmechanisierte Brigade und eine MotSchützenbrigade des Reaktionskommandos sowie eine Luftlandebrigade der Luftwaffe in das Gebiet. Frankreich fordert den sofortigen Rückzug der Truppen.

>>>>>[Das hier schreit nach Geheimdienst, und es schreit nach Panikaktion. Jeder, der sich halbwegs mit der Materie auskennt, weiß, daß Brigaden – volle Brigaden in Grundgliederung, mit ihren eigenen Einheiten und ohne was durchzutauschen – nicht einfach in einem Reisebus ins Zielgebiet gebracht werden können. (Um eine Zahl zu nennen: Eine MotSchützen-Brigade hat ungefähr 5.000 Mann und 1.000 Fahrzeuge!) Daß die so schnell am Ort waren und ausgekundschaftete Stellungen und Bereiche bezogen haben, muß vorher geplant gewesen sein.]<<<<<
-Rammbock

Viele sprechen schon vom vierten Eurokrieg, während in Gesamtdeutschland und allen Staaten Osteuropas eine Mobilmachung vorbereitet wird. Als die Panarabische Union und die Maghrebliga ebenfalls Kriegsvorbereitungen treffen, scheint die Welt kurz vor einem neuen Weltkrieg. Gesamtdeutschland erklärt die Verträge von Annecy für nichtig, in denen die neue Regierung Frankreich zugesichert hatte, daß es seine Polizeikommandos mit allen Unterlagen unbescholten aus dem Staatsgebiet der Savoyen abziehen könne. In daraufhin beschlagnahmten Unterlagen von Geheimpolizei und Geheimdienst werden in den nächsten Wochen hochbrisante Unterlagen gefunden. Zunächst aber treffen sich Vertreter von England, Tir na Oige, Renraku und Saeder-Krupp mit Vertretern des gesamtdeutschen Senats und der französischen Oligarchie, um über eine friedliche Lösung zu verhandeln. Frankreich macht eine Verhandlungslösung abhängig von der Rückgabe und absolut vertraulichen Behandlung der Nizza-Akten. Gesamtdeutschland läßt an der gesamten französischen Ostgrenze starke Verbände aufmarschieren. Der Flugzeugträger Ludwig Erhard mit dem Schlachtschiff von Stein, zwei Kreuzern und zwei Zerstörer- und drei Fregattenflotillen machen sich auf den Weg zur französischen Atlantikküste, während die neosowjetische Alexandr Lebed mit Begleitverband vom Schwarzen Meer in Richtung Mittelmeer in See sticht.
Am 1.Mai werden alle Diplomaten der mit Gesamtdeutschland verbündeten und neutralen Staaten Europas alarmartig in das Geheimdiensthauptquartier nach Leipzig einberufen. Es ist einmalig, daß Gesamtdeutschland eine Konferenz hier stattfinden lassen hat, noch dazu mit Staaten, die nicht mit Gesamtdeutschland verbündet sind.
Am 2.Mai werden ebenfalls die Vermittler im Saeder-Krupp-Hauptquartier eingeweiht.
Am 5.Mai veröffentlicht Gesamtdeutschland Teile der Nizza-Akten, aus denen zweifelsfrei ein Plan des französischen Geheimdienstes hervorgeht, europäische Staaten zu unterminieren und dort Monarchien einzusetzen. Dieser Plan begann schon 2042 in Polen; nächste Stationen sollen die Wiedereinführung der KuK-Monarchin unter einem Bonaparte mit Vereinigung von Österreich und Ungarn, die Aufteilung Restdeutschlands in mehrere Kleinstaaten unter den jeweiligen Fürstenfamilien, die Vereinigung Italiens unter Bourbonischer Herrschaft sowie die Schaffung eines Cordon Sanitaire zwischen Deutschland und der Neosowjetunion sein, währenddessen Festigung des Einflusses in Spanien und Portugal. Die Welt hält den Atem an, während sich viele Staaten Asiens und Afrikas hinter Gesamtdeutschland stellen und sich darauf vorbereiten, Truppen bereitzustellen. Die überwiegende Mehrheit der noch existierenden Adelshäuser in Deutschland distanzieren sich empört von dieser Planung. Es kommt zu massiven Verhaftungswellen auf beiden Seiten. Erste Grenzzwischenfälle werden gemeldet, aber nicht bestätigt. Gesamtdeutschland zieht Artillerieverbände an der Ostgrenze Frankreichs zusammen. Gesamtdeutsche und Neosowjetische Marineverbände erreichen ihre Bereitstellungsräume. Truppen von Renraku und Fuchi besetzen mehrere Häfen, in denen französische Kriegsschiffe stationiert sind und nehmen sie bis zur Beilegung des Konfliktes in Gewahrsam.
Die Welt hält den Atem an. Zwei europäische Großmächte stehen kurz vor einem Krieg, der aller Wahrscheinlichkeit nach das Ende der Europäischen Machtposition bedeuten wird. Jeder Funke kann nun das Pulverfaß zur Explosion bringen.
Truppenteile aus Griechenland, Afrika, Freiwilligenverbände aus Ozeanien und viele Einheiten aus Osteuropa stellen sich unter Gesamtdeutschen Befehl. Eine gemischte Israelisch-Palästinensische Brigade trifft in Frankfurt ein. Die Mobilmachung läuft an. Portugal annuliert die Verträge mit Frankreich und tritt der Vermittlerkoalition bei.
Nach einem nervlich bis zum Zerreißen angespannten Halbjahr kommt im September die Entwarnung. Die Oligarchie trennt sich von den für die Planung verantwortlichen Geheimdienstlern, beendet seine Einflußnahme auf Spanien und Polen und beginnt mit einer einseitigen Demobilisierung der Armee. Am 27. September einigen sich beide Parteien in Monaco darauf, den Truppenrückzug gegenseitig und durch die Vermittlerkoalition zu kontrollieren. Die Grenzen werden geöffnet, und viele Franzosen reisen nach Spanien, die Savoyen, die Vereinigten Niederlande und Gesamtdeutschland aus. Frankreich erklärt, in Lothringen, wenn es wieder besiedelbar wird, eine demokratische Verwaltung einzurichten. Man einigt sich auf erweiterte diplomatische Zusammenarbeit, damit derartige Krisen nicht wieder passieren.
Mitte Oktober dankt die polnische Monarchie ab und reist nach Frankreich aus. Polen wird dadurch wiedervereinigt.

Auf der einen Seite hat die Nizza-Krise allen beteiligten Staaten große wirtschaftliche Verluste gebracht. Andererseits allerdings wird die Rolle Gesamtdeutschlands als Wächter Europas bestätigt und gestärkt.

Die Jüngste Zeit

Die Folgezeit ist endlich ruhig. 2049 wird mit dem südlichen Turm die Novagotische Christuskathedrale in Hamburg fertiggestellt. 2052 kommt dann die Eröffnung der Arcologien in Norddeutschland; Groningen folgt ein Jahr später. Aber nichts währt ewig; und so ist es mit der Ruhe vorbei, als in jüngster Vergangenheit China 2049 die mit der UdNSSR verbündete Mongolei besetzt und über die Länge der Sowjetisch-Chinesischen Grenze einen Krieg beginnt. 2053 kommt es zu einer chinesischen Großoffensive, die einen Großteil des neosowjetischen Militärapparates bindet und nur unter Mithilfe des GDAV und anderer europäischer Verbände abgefangen werden kann.

16.11.2053 Über Geneva Orbit wird von einer unbekannten Person eine neue Technologie verbreitet, die sämtliche Überlegungen der Datensicherheit über den Haufen wirft: Die sogenannte Yamatetsu-Technologie erlaubt es fürderhin, selbst Glasfaserleitungen abzuhören. Da Gegenmaßnamen zu dieser Technik teuer sind und nur von Großkonzernen benutzt werden können, beginnt in den Folgemonaten eine Welle des Zusammenbruchs und des Geschlucktwerdens von kleinen bis mittelgroßen Unternehmen.



Der Aufstand

Eine Schicksalsstunde Gesamtdeutschlands ist es, als mehrere Führer rechter Parteien zum Allgemeinen Volksaufstand aufrufen. Etwa 75 vor allem Ausländer und Metamenschen fallen dem Mob Manfred Hübners am 8.1.2054 zum Opfer. In Würzburg werden etwa 750 Nationalextremisten getötet, als ein GDAV-Oberleutnant, der mit einer Jägerkompanie und einem Ulanenzug ein Asylheim vor einer gewalttätigen rechten Demonstration schützt, die Nerven verliert und mit voller Kampfkraft auf die Menge schießen läßt. Am 14.1. ruft die Bundesregierung den Notstand aus.
Adolph Seer wird auf eigene Bitte beauftragt, möglichst schnell und friedlich der Lage Herr zu werden.

26.02.2054 Die gesamtdeutsche Regierung gründet unter maßgeblicher Beratung des chilenischen Wirtschaftswissenschaftlers Dr. Rudolfo Honecker als Hilfe zum Aufbau Deutschlands, und vor allem als Reaktion auf die Yamatetsu-Technologie, die Volkseigene Betriebsgenossenschaft (VEB), der sämtliche Staatsbetriebe und ein Großteil von unabhängigen Privatbetrieben angeschlossen werden. Betriebe, die gemeinsam keine Chance gegen die A+-Konzerne haben, sind somit in der Genossenschaft wieder lebensfähig.

Am 17.09.2054 ruft Hübner zum letzten großen Volksaufstand auf - und verliert dabei an Boden, als seine letzten Anhänger nach und nach in die Gefängnisse wandern, von der Wehr verhaftet. 240 Menschen sterben, sieben Zehntel davon Radikale Hübners, und nur 2 Armeeverbandsangehörige. Am 16.12. findet man Hübner mit seinem 15jährigen Bruder Klaus, der erste deutliche Anzeichen einer Goblinisierung in einen Troll zeigt, erschossen in einem Unterschlupf: Hübner hatte erst seinen Bruder, dann sich selbst mit einer Pistole der Bauart Walther HP (P38) erschossen. Die Aufstände erlöschen um Dreikönig '55.

Hübners Traum hat über 1.500 Menschen das Leben gekostet, die meisten davon unter seinen eigenen Anhängern. 348 Ausländer, Linke, Homosexuelle und Metamenschen werden das Licht dieser Welt durch ihn nie mehr sehen.

Status Quo

Jetzt ist der Aufbau Deutschlands und die Konsolidierungsphase, nach 15 Jahren, abgeschlossen. Deutschland hat mit seinen drei Großkonzernen SK, VEB und VID, von denen zwei AAA-eingestuft sind, eine stabile Wirtschaft; trotz – oder, wie die Bundesregierung behauptet, wegen – dem Fehlen einer Exterritorialität der Konzerne ist das Klima ungewöhnlich ruhig. Allerspätestens durch die Aachener Verträge wurde es amtlich: Gesamtdeutschland ist zum politischen – und auch wirtschaftlichen Motor von Mittel- und Osteuropa geworden. Viele Deutsche sehen dies aber aus den Erfahrungen des letzten Vierteljahrhunderts vor allem als Ruhe vor dem Sturm. Der Verteidigungsetat wird auf lange Sicht gesehen bei 3-3,5% des Bruttoinlandsproduktes bleiben, und die Einheiten des GDAV werden als Garantie für ein ruhiges Weiterleben angesehen.




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Last modified: Thu Apr 03 00:10:54 Westeuropäische Sommerzeit 2003